connexi - das Konferenzmagazin

Ausgabe 2-2019

 

 

Sehr geehrte Leser,

 

in der Europäischen Union gilt die Personenfreizügigkeit. Damit ist vor allem die Freiheit des EU-Bürgers gemeint, in einem anderen Land der EU als dem Heimatland wohnen, arbeiten und leben zu dürfen. Dazu gehört unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich auch eine gleichgestellte gesundheitliche Versorgung.

 

Während in Deutschland die Zahl der Organspender im Jahr 2017 mit nur 797 Spendern bzw. 9,8 Organspendern pro Million Einwohner auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gesunken war, stellte Spanien im selben Jahr mit 46,9 Spender pro Million Einwohner einen neuen Rekord in Sachen Organspende auf. Seit Jahren führt das Land die Rangliste, was die Zahl der Spenderzahlen angeht, weltweit an. Das spanische System führt auch dazu, dass die Wartezeiten auf eine Niere mit kaum zwei Jahren deutlicher kürzer sind, als in allen anderen europäischen Ländern. Und wen mag es verwundern, dass kurze Wartezeiten für Spenderorgane zunehmend auch deutsche Patienten nach Spanien locken.

 

Warum ist das so?

 

In Spanien gilt die Widerspruchslösung, damit ist jeder Spanier per Gesetz automatisch Organspender, es sei denn, er widerspricht. Auch gilt die Koordination der Transplantationen in Spanien als vorbildlich. Es gibt eine übergeordnete Zuständigkeit der Spenderorganisation Organización Nacional de Trasplantes (ONT) für die Bereiche Spendererkennung und -behandlung, Gesprächsführung mit den Angehörigen sowie die gesamte Organisation aller Abläufe. Die ONT untersteht als staatliche Organisation direkt dem Ministerio de Sanidad y Consumo (Ministerium für Gesundheit und Konsum). In jedem wichtigen Krankenhaus gibt es einen Koordinator der ONT. Die Krankenhäuser, die keinen eigenen Transplantations­beauftragten haben, werden von zentralen Büros der ONT betreut.

 

Wie kam es zur Gründung der ONT?

 

Die Gründungsgeschichte der ONT zeigt verblüffende Parallelen mit der derzeitigen Situation der Transplantationsmedizin in Deutschland. Mit zunehmendem medizinischem Fortschritt stieg in Spanien Mitte der 1980er-Jahre der Bedarf an Spenderorganen, gleichzeitig starben immer mehr Menschen auf den Wartelisten. Das bestehende regional organisierte System offenbarte gravierende Schwächen und immer weniger Organe wurden gespendet. Im Jahre 1987 war dann ein historischer Tiefstand erreicht und im Jahr 1989 wurde als unmittelbare Antwort darauf die ONT gegründet. Der Rest ist Geschichte. Konsequentes Handeln in einer desolaten Situation könnte zu einer Blaupause eines erfolgreichen deutschen Systems werden.

 

Organtourismus ist übrigens keine Lösung. In Spanien ist man inzwischen auf das Problem aufmerksam geworden und möchte diese (Fehl-)Entwicklung mit einer Mindestaufenthaltszeit von zwei Jahren im Land bremsen.

 

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse bei der Lektüre.

 

Herzlichst Anja Lamprecht

Verlegerin

 

Berlin, März 2019

 

 

 

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