DKK3

DKK3 – Ein Biomarker der tubulointerstitiellen Fibrose und CKD-Progression   von Stephen Zewinger, Thimoteus Speer und Danilo Fliser, Homburg/Saar     Eine chronische Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD) ist ein Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle in der westlichen Bevölkerung. Der Anteil betroffener Patienten in der Gesamtbevölkerung steigt weltweit mit dem Alter deutlich an [1]. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es von enormer Wichtigkeit, eine progrediente Nierenschädigung frühzeitig zu erkennen und progressions­hemmende Strategien anzuwenden.   Zur Erkennung und Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung existiert eine einheitliche, weltweit Anwendung findende Definition und Einteilung der Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) [2]. Diese Klassifizierung erfolgt nach der CGA-Einteilung (C, Causa/Ursache der Nierenerkrankung; G, glomeruläre Filtrationsrate; A, Albumin-Ausscheidung im Urin). Sie vereinfacht zwar die Einteilung einer chronischen Nierenerkrankung, weist aber auch Schwächen auf. So basiert die Ermittlung der GFR (eGFR) auf der Verwendung von Serum-Kreatinin, das in dem für die Früherkennung einer CKD wichtigen Bereich (GFR >60ml/min/1,73m2) einer starken Schwankungsbreite unterliegt [2]. Ebenfalls ist es nicht möglich, anhand einer einmaligen Bestimmung des Serumkreatinins den Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung abzuschätzen. Darüber hinaus liegt eine Albuminurie als Progressionsmarker nicht immer vor, um eine verlässlichere Aussage über den Progress einer Nierenerkrankung zu ermöglichen [3]. Gerade bei diesen Patienten ist es bislang nur schwer möglich, die Progression der Erkrankung abzuschätzen.     Detektion von DKK3 im Urin   Der Verlauf einer progredienten chronischen Nierenerkrankung ist ungeachtet der zugrundeliegenden Ursache gekennzeichnet durch eine zunehmende Vernarbung des Nierengewebes, was sich histologisch als eine tubulointerstitielle Fibrose zeigt [4]. Dickkopf-3 (DKK3) ist ein Biomarker einer progredienten tubulointerstitiellen Fibrose, der zur Familie der WnT-Signalweg-modulierenden Glykoproteine gehört. Bei tubulärem Stress wird DKK3 von tubulären Epithelzellen exprimiert und von diesen in den Urin sezerniert [5]. Diese experimentellen Studien legen nahe, dass eine fortschreitende Nierenschädigung bereits früh durch die Detektion von DKK3 im Urin nachgewiesen werden kann und sich somit sehr gut dazu eignet, um den weiteren Verlauf einer CKD abzuschätzen.     Marker für einen drohenden, kurzfristigen Nierenfunktionsverlust   In einer aktuellen Studie [6] haben wir deshalb den klinischen Einsatz von DKK3 als Marker für einen drohenden, kurzfristigen Nierenfunktionsverlust im Zeitraum von zwölf Monaten evaluiert. Hierzu analysierten wir Urinproben der CARE-FOR-HOMe-Studie, einer prospektiven Langzeitbeobachtungsstudie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung unterschiedlicher Ätiologie mit jährlichen Follow-up-Untersuchungen (insgesamt 2.035 Patientenjahre). Hierbei zeigte sich, dass Patienten mit deutlich erhöhter DKK3-Ausscheidung im Urin (>4000 pg/mg Kreatinin) einen signifikanten eGFR-Verlust von im Mittel 7,6 % (95 % Konfidenzintervall: –10,9 bis –4,2 %; p
 

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Stand: 4. Dezember 2019
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