Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenknoten

Neue internationale Leitlinien für das Schilddrüsenkarzinom Andreas Pfestroff1, Frederik Anton Verburg2 und Markus Luster1     In Iodmangelgebieten wie Deutschland sind Schilddrüsenknoten weit verbreitet und die sichere Unterscheidung zwischen benignen und malignen Veränderungen stellt in der Praxis ein häufiges Problem dar. Es gilt vor allem überflüssige „diagnostische“ Operationen bei benignen Veränderungen zu vermeiden, aber gleichzeitig Schilddrüsenkarzinome mit hoher Sicherheit frühzeitig zu erkennen.   In den letzten Jahren haben die nationalen und internationalen Leitlinien unter anderem diesen Aspekt adressiert. Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN), die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), die British Thyroid Association (BTA), die European Thyroid Association (ETA) sowie die American Thyroid Association (ATA) sind hier zu nennen, wobei unter anderem die aktuellste Leitlinie der ATA aus 2015 auch Ärzten in Deutschland wertvolle Empfehlungen für eine rationale Abklärung von Schilddrüsenknoten geben kann.   In den letzten 15 bis 20 Jahren sind erhebliche Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenknoten und differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gemacht worden, sodass eine Neubewertung dringend erforderlich wurde. Die neue ATA-Leitlinie [1] umfasst 133 Seiten und 102 einzelne Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenknoten und differenziertem Schilddrüsenkarzinom, die auf einer umfassenden Auswertung der vorhandenen Literatur mit mehr als 1.000 Literaturzitaten ba­sieren.   Sonografie   Durch die technische Verbesserung der Schilddrüsensonografie und ihrer weiteren Verbreitung werden auch zunehmend sehr kleine, noch nicht palpable Schilddrüsenknoten entdeckt. Der Umgang mit diesen Knoten stellt eine Herausforderung dar. Insbesondere eine Übertherapie und -diagnostik sollten vermieden werden – ein wichtiges Ziel auch der neuen ATA-Leitlinie. Generell gilt, dass alle Schilddrüsenknoten ≥1 cm sorgfältig abgeklärt werden sollten – unabhängig davon, ob sie palpabel sind oder ob sie zufällig in der Sonografie bzw. einer anderen Bildgebung entdeckt werden. Bei kleineren Knoten (

 

Fachkreise

 

MEDIADATEN 2021

 

 

Stand: 1. Oktober 2020

 


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