Präventive Kardiologie

Sinn und Unsinn bestehender Ernährungsempfehlungen − was ist evident? Clemens von Schacky, München   Eine gesunde Ernährung gilt als wesentliche Grundlage für ein gesundes langes Leben ohne Herzerkrankungen. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt eine gesunde Ernährung, die inhaltlich Empfehlungen von Fachgesellschaften für Ernährung entspricht, nicht aber dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft.     Transfettsäuren   “Saturated fat to account for 30 g/Tag sind nicht untersucht. Interventionsstudien mit klinischen Endpunkten liegen nicht vor.   “200 g fruit per day (2–3 servings); 200 g vegetable per day (2–3 servings)”   Pro zusätzlichen 80 g/Tag Obst ist epidemiologisch die Gesamtmortalität 6 % niedriger; pro zusätzliche 80 g/Tag Gemüse 5 %, wobei bei je 200 g/Tag ein Plateau erreicht wird. Interventionsstudien mit klinischen Endpunkten fehlen.       Fisch   “Fish at least twice a week, one of which to be oily fish.”   Laut ESC sind marine omega-3 Fettsäuren das aktive Prinzip in Fisch. Deshalb macht es keinen Sinn fettarmen Fisch zu empfehlen. Geringer Verzehr, insbesondere aber niedrige Spiegel von marinen omega-3 Fettsäuren in Erythrocyten (gemessen als HS-Omega-3 Index®) sind mit erhöhter Mortalität und kardiovaskulären Endpunkten assoziiert. Studien auf Basis des HS-Omega-3 Index zu Surrogat- und In­ter­mediärparametern zeigen einen klaren protektiven Effekt; entsprechende Inter­ventionsstudien mit klinischen Endpunkten liegen nicht vor. Bisherige Interventionsstudien hatten schwere methodische Mängel. Ein omega-3 Fettsäure-Mangel ist verbreitet, ist nur mit dem HS-Omega-3 Index erfassbar; ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor und geht u. a. mit eingeschränkten kognitiven Leistungen und Risiko für majore Depression einher. Daher sollte nach persönlicher Meinung des Autors ein Mangel an omega-3 Fettsäuren erfasst und ausgeglichen werden.       Alkohol   “Consumption of alcoholic beverages should be limited to two glasses per day (20 g/day of alcohol) for men and one glass per day (10 g/day of alcohol) for women.”   Diese Empfehlung entspricht den epidemiologischen Daten, allerdings ist die Korrelation von Alkoholkonsum und Auftreten von Krebserkrankungen linear.     Energiebilanz   “Energy should be limited to the amount of energy needed to maintain (or obtain) a healthy weight, i.e. a BMI
 

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Stand: 17. Januar 2020
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