Das Archiv des Immunsystems

von Michael Kaplan, Edinburgh

 

Lesen Sie hier die jüngste Geschichte aus unserer Reihe The Story Behind®:

 

Das Archiv des Immunsystems

Die natürliche Auslese funktioniert als raffiniertes System – und nichts ist raffinierter als die Interaktion zwischen den Krankheitserregern und unserem Immunsystem. Immer wenn wir in Kontakt mit neuen pathogenen Erregern kommen, baut das individuelle Immunsystem unseres Körpers gleichzeitig auf den Immunreaktionen der Vergangenheit auf – aus Zeiten erhöhten Selektionsdrucks aufgrund von Erregern, die damals das Überleben unserer gesamten Spezies bedroht haben. Unser Repertoire an Antikörpern ist wie ein Archiv: eine historische Dokumentation längst vergangener Angriffe von außen.

 

Die Virulenz der aktuellen Epidemien von AIDS und Hepatitis C erklärt sich teilweise durch die „Unerfahrenheit“ unseres Organismus im Umgang mit dieser Art von Viren. Bluttransfusionen oder die Selbstinjektion von Drogen sind evolutionstechnisch einfach zu neu, als dass unser Immunsystem mit derart übertragenen Pathogenen leicht fertig werden könnte. Insbesondere das HI-Virus stellt unseren Körper vor immer neue Herausforderungen, weil es so schnell mutiert. Unser Immunsystem kann nur gegen einzelne, genau definierte Erreger Antikörper bilden. Die Suche nach einer HIV-Impfung scheitert an genau diesem Problem: Unser „unerfahrener“ Organismus kann einfach keine breit angelegten neutralisierenden Antikörper gegen HIV entwickeln.

 

Tatsächlich existiert jedoch ein Tier, das ständig mit einer Vielzahl von Erregern in engen Kontakt kommt – Viren und Bakterien, externen und internen Pathogenen. Dadurch hat das Immunsystem dieser Tierart die Fähigkeit entwickelt, einem sehr breiten Spektrum an potenziellen Pathogenen Paroli zu bieten. Dabei ist insbesondere die Struktur der von diesen Tieren produzierten Antikörper interessant: Aus der Oberfläche des Antikörpers ragt eine lange Aminosäuren-Kette mit bis zu 70 Gliedern hervor. Dieses „Anhängsel“ bindet an die unveränderlichen Loci der Virusoberfläche. Da das Virus diesen Bereich benötigt, um überhaupt in Zellen eindringen zu können, ist er allen Stämmen gemeinsam, egal wie sehr sie sich ansonsten unterscheiden. Im Fall des HIV ist diese Stelle sehr schwierig zu erreichen – und doch zeigt eine aktuelle Studie des Scripps Research Institute, dass die betreffende Tierart schnell und zuverlässig neutralisierende Antikörper gegen immerhin 96 % einer Selektion von 117 unterschiedlichen HIV-Stämmen bilden konnte.  

 

Aber von welchem Tier ist hier die Rede?  Ist es ein ...

  1. Huftier ?
  2. Reptil ?
  3. Primat ?

 

 

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Michael Kaplan

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aus connexi  5-2017

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Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2017 und DÖAK 2017

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