Produktentwicklung für Heilungsforschung und Post-Treatment-Control

Das Netzwerk HIVCONTROL

von Eva Wolf, München

 

Ziel des 2015 gegründeten Netzwerks „HIVcontrol“ ist die Entwicklung innovativer routinetauglicher Verfahren in den Gebieten HIV-Heilungsforschung und Post-Treatment-Control. Es wurde gegründet als Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen aus den Bereichen der Labordiagnostik und der medizinischen Informatik, universitärer Einrichtungen bzw. öffentlicher Forschungsinstitute und HIV-Schwerpunktpraxen. Das Netzwerk hat sich auf den Münchner AIDS- und Hepatitis-Tagen zum zweiten Mal zu einem Netzwerk-Meeting zusammengefunden. Die Etablierung des Netzwerks wurde durch eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) für Kooperationsnetzwerke ermöglicht. Voraussetzung für die Förderung ist ein von den Netzwerkpartnern unabhängiges und neutrales Management des Netzwerks. Das Ziel von ZIM-Kooperationsnetzwerken ist, gemeinschaftlich innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen in einem technologisch orientierten Verbund zu entwickeln.

 

Ziele und Aufgaben des Netzwerks

 

Das Kick-off Meeting fand im Juli 2015 statt. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, für die Gebiete HIV-Heilungsforschung und Post-Treatment-Control innovative routinetaugliche Tools zu entwickeln, die das Therapiemonitoring im Sinne einer personalisierten Medizin ergänzen sollen. Derzeit fehlen z. B. standardisierte Messverfahren zur Quantifizierung der HIV-Reservoire und Evaluierung der Replikationskompetenz von HIV-Proviren sowie zur Evaluierung der zytolytischen/zytotoxischen Kapazität der zellulären Immunabwehr bei Post-Treatment-Controllern auch unter Einbeziehung z. B. genetischer Faktoren. Der Schwerpunkt des Netzwerks ist die synergetische Zusammenarbeit auf einem oder mehreren Technologiefeldern – beginnend mit Forschung und Entwicklung (FuE) bis hin zur Etablierung und Vermarktung neuer Technologie-Standards. Die Organisation der anfallenden Aufgaben und Abläufe innerhalb der Netzwerk-Kooperation wurde an die MUC Research GmbH als eine von den Netzwerkpartnern unabhängige und neutrale Einrichtung vergeben.

 

Innerhalb dieses Kooperationsnetzwerkes werden im ersten Jahr (Phase 1) das Management zur Etablierung des Netzwerkes, die Erarbeitung der Netzwerkkonzeption sowie die Entwicklung einer technologischen Roadmap gefördert. Ferner können in Phase 2 die im Netzwerk generierten Forschungs- und Entwicklungs (FuE)- Projekte von den Projektträgern bewilligt und gefördert werden. Entscheidend für die Förderung entsprechender FuE-Projekte ist die Implementierung technologischer Innovationen, die mit technischen Risiken verbunden sind. Die Förderquoten für das Netzwerkmanagement und die daraus resultierenden FuE-Projekte liegen zwischen 35 % und 90 % der kalkulierten Kosten und setzen auch einen sogenannten Eigenanteil der Netzwerkpartner voraus (universitäre Einrichtungen und öffentliche Forschungsinstitute sind davon ausgenommen).

 

Netzwerkpartner in Phase 1

 

Aus dem Bereich der Labordiagnostik beteiligen sich aktuell die Firmen Immumed GmbH in München (Labordiagnostik auf NK-Zell- und T-Zell-Ebene), vertreten durch W. Mayer, AID Diagnostika GmbH in Straßberg (Diagnostik auf der Basis der Eli­Spot-Technologie), vertreten durch Dr. R. Preyer, MIKROGEN GmbH in Neuried (PCR-basierte erregerspezifische Diagnostik), vertreten durch Prof. Dr. F. Schwarzmann, und ViennaLab Diagnostics GmbH in Wien (Molekulare Diagnostik für das Therapiemonitoring (Real-Time PCR-Tests), vertreten durch PD Dr. F.-W. Tiller.

 

Um den Bedarf neuer Tools zu eruieren und auch die Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu validieren und zu sichern, wurden HIV-Schwerpunktpraxen als Netzwerkpartner aufgenommen. Dazu zählen die Gemeinschafts­praxis am Isartor in München, vertreten durch Dr. R. Pauli und Dr. W. Becker, die Gemeinschaftspraxis Schwabstr. 26 in Stuttgart, vertreten durch Dr. M. Müller, Dr. A. Ulmer und Kollegen sowie die Praxis Georgstraße, vertreten durch Dr. H. Heiken und Kollegen. Die Schwerpunkte IT-Lösungen im Gesundheitssystem und Big Data-Tools werden durch die Firmen Kairos GmbH in Bochum und Dr. Hornecker Software Entwicklung und IT Dienstleistungen in Freiburg im Breisgau besetzt. Die Netzwerkpartner aus den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind die Medizinische Poliklinik der Ludwig-Maximilians Universität in München, fachlich vertreten durch Prof. Dr. J. Bogner, und das Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie am Heinrich Pette-Institut in Hamburg, fachlich vertreten durch Prof. Dr. M. Altfeld.

 

Aktueller Stand und Ausblick

 

Mehrere Projektskizzen, insbesondere aus dem Bereich der Labordiagnostik, stehen kurz vor der Finalisierung. Ein erster Antrag für ein FuE-Projekt der Fa. MIKROGEN GmbH wird beim Projektträger eingereicht.   

 

 

Bildcollage Copyrights:  mauritius images / Science Photo Library / SCIEPRO, © Olivier Le Queinec | Dreamstime.com

 


Autorin:

 

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Dr. phil. (HTA) Eva Wolf, MPH, Dipl. Phys., München

ewo@hiv-control.de

 

 

 

aus connexi  5-2016

11. bis 13. März 2016 München

16. Münchner AIDS und Hepatitis Tage 2016

Kongressbericht

 

 

 

 

 

 
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